Freiwillige Feuerwehr Elbingerode

 

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Elbingerode

 



1. Chronik ab Januar 1883


2. Hauptmänner und Wehrleiter


3. Ereignisse und Brände in und um Elbingerode



 1. Chronik


 

Seit Mitte des 18ten Jahrhunderts gab es in Elbingerode ein organisiertes Feuerlöschwesen. Jeder Bürger (bis auf wenige Ausnahmen) der Stadt im Alter von 17 bis 55 Jahren waren zur Brandbekämpfung verpflichtet (Pflichtfeuerwehr).

Diese Maßnahme, unvollkommene Technik und unzulängliche Wasserversorgung reichten bei fortschreitender Entwicklung in Industrie und Landwirtschaft nicht aus, eine zuverlässige und stabile Brandbekämpfung zu gewährleisten. Allein Leute zur Brandbekämpfung zu verpflichten, ließ das nicht zu. Man brauchte für die gewachsenen Aufgaben Bürger, die sich der Sache verschrieben - Idealisten. So kam es am 07. Januar 1883 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Elbingerode. Unter der Verpflichtung "Einer für Alle, Alle für Einen, Gott zur Ehr', dem nächsten zu Wehr" fanden sich 107 Gründungsmitglieder. Bei einer Einwohnerzahl von 3200, eine beachtliche Stärke.

Dem 1. Kommando der Freiwilligen Feuerwehr gehörten 1883 folgende Kameraden an:

- W. Diekmann (Fleischermeister)

- Otto Hanf (Apotheker)

- Emil Just (?)

- Franz Klaue (Kaufmann, 1. Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr)

- Fritz Klaue (Bäckermeister)

- Fritz Schmidt (?)

- Ernst Veckenstedt (?)

Trotz der beachtlichen Mitgliederstärke der Freiwilligen Feuerwehr reichte sie zur alleinigen Brandbekämpfung nicht aus. Allein zur Bedienung einer Druckspritze brauchte man, mit Ablösemannschaften, ca. 60 - 80 Mann. Somit gab es auch weiterhin die Pflichtfeuerwehr. Beide Wehren teilten sich die Aufgaben. Brandmeister des Ortes und somit der Leiter der Pflichtfeuerwehr war zumeist gleichzeitig Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr.

Am 05. 12. 1883 wurde der Freiwilligen Feuerwehr die Bedienung der 1. Spritze zuerkannt.

Am 30.01.1884 erging folgender Beschluss durch den Rat der Stadt und der Feuerlöschkommission:

1. Pumpe 1 bleibt bei der FFw (was eine Auszeichnung war!)

2. Männer die der Pflichtfeuerwehr angehören sich aber zur FFw melden, werden aus derselben entlassen

3. Das Kommando der FFw hat den Magistrat sofort über Abgänge zu unterrichten, sie werden wieder der Pflichtfeuerwehr zugeführt

4. Außer der Pumpe 1 hat die FFw die Rettungsmannschaft zu stellen, reichen die Kräfte bei einen Brand nicht aus, bekommen sie Unterstützung von der Pflichtfeuerwehr

5. Die obere Leitung bei einen Brand steht der Feuerlöschkommission zu

6. Spritze 2 kann der FFw nicht gegeben werden, da die Wehr bereits ausgelastet ist

1884 wurde eine Spritze im Wert von 1500 Mark (entspricht ca. 9300 Euro) bestellt. 450 Mark (2790 Euro) kamen als Zuschuss von der Brandkasse.

Zwischen der Pflicht- und der Freiwilligen Feuerwehr kam es von Anfang an zu kleinen Reibereien. Im Januar 1885 bekamen bei der Brandwache nach dem Brand der Zündholzfabrik, die Männer der Pflichtfeuerwehr mehr Geld als die der FFw, obwohl beide das gleiche geleistet hatten.

Im November 1889 klagt die FFw erstmals über Mitgliederrückgang. Ein Grund wurde unter anderem in der Zahlung von Beiträgen (1,20 Mark (7,2 Euro) pro Mann und Jahr) gesehen. Die Mitgliedszahl betrug zu diesen Zeitpunkt 80 Mann.

Zur Errichtung eines Steiger- und Schlauchturms im Jahre 1891 (Wert 1394 Mark) bekam die Stadt einen Zuschuss von 350 Mark von der "Calenberg Grubenhagenschen Landschaftskasse". 

1893 wurden von der Firma Fr. Lüning aus Braunschweig, 37 Hydranten und eine Hochdruckwasserleitung für Löschzwecke in Elbingerode installiert. Kosten 3788 Mark (23.485 Euro), wobei die Brandkasse 950 Mark (knapp 6.000 Euro) beisteuerte.

Im Jahr 1894 wurde eine mechanische Ausziehleiter (12 Meter, Ausführung H) für 650 Mark (4030 Euro) von der Firma Magirius aus Ulm gekauft.

Am 03.02.1900 kam es zum Vertrag über die Lieferung einer Zubringerspritze (kleine Landspritze Nr. 4) zwischen dem Magistrat Elbingerode und dem Spritzenfabrikanten G. A. Jauck aus Leipzig. Bedingungen:

- bei 60 Doppelhüben pro Minute 250 Liter Wasser

- 13 mm Strahl, Tragweite 27-30 Meter

- 5 Hanfschläuche, Gesamtlänge 50 Meter

- 2,25 m gemischten Hanfschlauch

- die Spritze muss 12 atm Druck abhalten und den neuesten    Anforderungen der Hannoverischen Brandkasse entsprechen

- 5 Jahre Garantie und einer Lieferzeit von 8 Wochen

- Preis 1260 Mark (7560 Euro)
 

Sie wurde pünktlich und ordnungsgemäß geliefert und wurde im März 1900 in Dienst gestellt. Zuschuss von der Brandkasse - 200 Mark (1200 Euro)

Im Jahre 1901 wurde über den Neubau eines Spritzenhauses nachgedacht und Kostenvoranschläge eingeholt. Ein Kostenvoranschlag von Zimmermeister Hugo Kohlrusch belief sich auf 1774 Mark (10.644 Euro). Am 14.07. 1907 wurde die Baugenehmigung erteilt und es wurde in der Kleinen Torstraße errichtet.

Am 03.11.1912 kam es zu einer Überprüfung der beiden Feuerwehren durch den Kreisbrandmeister Klaue.

Pflichtfeuerwehr:

- schlechte Ausbildung der Mannschaften

- Handspritzabteilung fehlte ganz

Freiwillige Feuerwehr:

- Schulübungen an allen Geräten wurden von sämtlichen Abteilungen stramm und gut ausgeführt

- die mechanische Leiter wurde gut vorgeführt

- einen kleinen Mangel gab es beim Einschrauben der Standrohre

- die Wehr braucht zur besseren Ausbildung einen Steigerturm (der alte ist bei einem Unwetter im Jahre 1905 eingestürzt und wurde aus kostengründen nicht neu errichtet)

Der 1. Weltkrieg war eine harte Bewährungsprobe für die Feuerwehren des Landes. Durch den Kriegsdienst kam es zu einer Schwächung der Wehren und mancherorts zum totalen erliegen. Bei Ausbruch des Krieges gab es 40415 Männer bei den Freiwilligen Feuerwehren und im Jahr 1917 nur noch 18330!

In Elbingerode wurde im Jahr 1915 deshalb das Dienstalter von 16-60 Jahren festgesetzt und fehlende Kameraden aus den Reihen der Pflichtfeuerwehr ersetzt.

1921 kaufte Elbingerode 2 Minimax-Handfeuerlöscher und nach und nach belief sich ihre Anzahl auf 15 Stück. 

 Im Jahre 1926 wurde dann auch endlich der Schritt vollzogen, welcher sich schon lange abzeichnete. Die Pflichtfeuerwehr wurde aufgelöst und es fand eine Neuordnung des Feuerlöschwesen statt:

- Es wird nur eine Feuerwehr geben und zwar dei Freiwillige, weil die schon die    Voraussetzung einer straffen Organisation mitbringt

- Sie wird in 2 Löschzüge eingeteilt und kommt unter eine einheitliche, amtliche Führung

- Weiterhin wird eine Rettungsabteilung und eine Absperrmannschaft gebildet

- Der Oberbrandmeister wird durch ein städtisches Kollegium bestimmt

 Im Juli 1926 wurde über den Bau einer Sirenanlage nachgedacht, aber aus Kostengründen verschoden. Statt dessen wurden 12 Feuermeldestellen eingerichtet.

Eine Motorspritze wurde Gekauft, Zeit und Typ sind leider nicht bekannt. Vermutlich aber eine Diximotorspritze Typ 4 im Jahre 1928/29

Dixi - Motorspritze Typ 4

Vom 10. bis 12. Juni 1933 feierte unsere Freiwillige Feuerwehr das 50-jährige Bestehen. Gäste aus Wernigerode, Schierke, Elend, Benneckenstein, Ilsenburg und Silstedt nahmen daran teil. Eine Großübung Sonntags 11 Uhr am Objekt Steinweg 104 wurde ein großer Erfolg. Dabei wurde erstmals in Elbingerode künstliche Rauchentwicklung eingesetzt.

Nach der Machtübernahme der Faschisten drohte das Aus für alle Arbeiterspielmammszüge. Deshalb wurde 1933 die Tambourriege vom Arbeiterturnverein (Gründung 1923) in die Feuerwehr übernommen. Die Spielleute waren von nun an Mitglieder der Feuerwehr und fungierten während der Brandeinsätze als Absperrkommando.

Am 14. 07. 1936 wurde mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen und am 07. 02. 1937 fand die Einweihung statt. Die Kosten für den Neubau beliefen sich auf etwa 36.000 Reichsmark (138.600 Euro)und bei Abnahme des Neubaus wurden vom Sozietätsbüro 10.000 Reichsmark  (38.850 Euro) übernommen.

Neubau der Feuerwache 1936/37

In den Vorkriegs- und Kriegsjahren gab es keine wesentlichen Anschaffungen oder Veränderungen. Zwar ließ sich die Stadt ein Kostenangebot über ein Löschfahrzeug von Daimler-Benz machen, aber aus Kostengründen kam es nicht zum Kauf.

 

Zum Ende des 2. Weltkrieges, am 17. 04. 1945 kam es zu einem dramatischen Ereignis für die Stadt und die Feuerwehr Elbingerode. Beim Beschuss durch die Allierten Streitkräfte wurden 18 Häuser zerstört und 3 Kameraden, Hauptbrandmeister Richard Saatzen, Oberbrandmeister Karl Haupt und Löschmeister Erich Becker verloren ihr Leben.

Nach dem 2. Weltkrieg bereiteten Geld- und Materialmängel unserer Wehr große Schwierigkeiten. Aber die Einsatzbereitschaft und der Erfindungsgeist der Kameraden halfen auch über diese Zeit hinweg und ließen die Feuerwehr einen zuverlässigen Partner für Einwohner und Stadt bleiben.

1950 bauten die Kameraden aus einem KFZ 15 der Wehrmacht ihr erstes Fahrzeug auf.

In den folgenden Jahren wurden oftmals gebrauchte, ältere Gegenstände und Fahrzeuge, welche mit viel Fleiß repariert und gewartet wurden, angeschafft.

1963 wurde die AG "Junge Brandschutzhelfer" gegründet. Ihr gehörten ca. 25 Schüler an, von denen auch heute noch einige aktiv sind. Erster Jugendwart war der Kamerad Fritz(e) Kulp.

Im gleichen Jahr rückte unsere Wehr zu 21 Alarmeinsätzen aus.

1966 wurde Elbingerode Beste Feuerwehr im Bezirk Magdeburg. Dieter Rinke übernahm im Spielmannzug den Stab von Karl Mührenberg. Er entwickelte sich unter seiner Leitung zu einen der Besten in unserer Region.

 

Im Jahre 1967 bahnte sich die Freundschaft mit der Feuerwehr in Velke Opatovice an und seit 1968 besteht zwischen unseren beiden Feuerwehren eine feste Partnerschaft.

Das Jahr 1970 bescherte unserer Region einen schneereichen Winter und unsere Kameraden wurden zu zahlreichen Katastropheneinsätzen gerufen. Aus den Beständen der NVA wurde ein alter Sanitätskraftwagen gekauft und zu einem Mannschaftstransportwagen umgebaut. Im gleichen Jahr stirbt Ortsbrandmeister Otto Lorenz. Anfang Oktober waren Kameraden aus Velke Opatovice bei uns zu Gast. Beim Harzer Spielleutetreffen in Hasselfelde wurde ein 1. Platz von unserem Spielmannszug belegt.

1971 belegten unsere Jungen Brandschutzhelfer einen 1 Platz. Im Herbst 71 erreichten sie beim Spezialistentreffen Junger Brandschutzhelfer auf Bezirksebene in Rübeland den hervorragenden 2. Platz.

1973 war für die Kameraden ein Jahr der Bewährung - sie wurden zu 23 Alarmeinsätzen gerufen, davon waren 22 Brandeinsätze. Der größte Brand seit 1945, am 16.02. forderte unseren Kameraden all ihre Fähigkeiten ab. Das Sägewerk der Parkettfabrik brannte in dieser Nacht und es entstand ein Schaden von 170.000 Mark. In 1973 bekam unsere Wache neue Tore. 39 Kameraden fuhren im Juli nach Velke Opatovice und begingen mit unseren Tschechischen Freunden deren 100 - jähriges Jubiläum.

1976 bekam unsere Wehr einen fabrikneuen LF 8 LO und 3 neue Handfunkgeräte. Hugo Grebe, Mitbegründer des Spielmannzuges, verstarb.

1979 hatte unsere Wehr 17 Alarmeinsätze, darunter einen in der Silvesternacht in Heimburg.

1980, im Juni kam es nach einen gewaltigen Sturm zur Beseitigung von Windbruch. Die Elbingeröder Wehr räumte die Straße zwischen Elbingerode und Benneckenstein.

1983, am 15. Januar, beging die Feuerwehr Elbingerode ihr 100 - jähriges Jubiläum und der Spielmannzug sein 60 - jähriges Bestehen. Durch einen Wohnungsbrand in der Bruchstraße verzörgerte sich die abendliche Festveranstaltung im "Stadt Hannover" etwas. Aber trotzdem wurde sie zu einen Erfolg.

Die eigentliche Festwoche, mit dem Tag der Feuerwehr am 11. Juni 1983 als Höhepunkt, fand großen Anklang bei den Einwohnern unserer Stadt. Die Kameraden aus Velke Opatovice feierten 5 Tage mit uns zusammen.  Im gleichen Jahr bekam unsere Wehr wieder einen neuen LF 8 LO und diesmal noch einen STA (Schlauchtransportanhänger) dazu.

Am 02. 12. 1983 bekam unsere Feurwehr den Ehrennamen "Paul Selke" verliehen. Paul Selke hatte in den 20er Jahren als Bürgermeister Anteil an der Entwicklung und Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr.

1984 kam es zu 10 Alarmeinsätzen und der Spielmannszug klagte über große Nachwuchssorgen.

1985 wurde zum wiederholten Male die mangelhafte Sirenenanlage der Stadt kritisiert und ein Zusammenschluß mit der Notrufnummer gefordert.

1987 wurde unser Gerätehaus 50 Jahre alt und in diesem Jahr weilten für ein paar Tage unsere Freunde von der Feuerwehr aus Velke Opatovice bei uns. Im gleichen Jahr bekamen wir unser 1. Tanklöschfahrzeug, einen gebrauchten TLF W50, von der Berufsfeuerwehr Stendal. Die Kameraden leisteten viele Arbeitsstunden um das TLF einsatzbereit zu machen.

1988 bestand unsere Frauengruppe, die vorwiegend im vorbeugenden Brandschutz tätig war, 25 Jahre. Sie wurde als eine der ersten im Bezirk Magdeburg gegründet. Leider fand diese Tatsache keine Anerkennung. Die Freundschaft mit der tschechischen Feuerwehr in Velke Opatovice bestand 20 Jahre.

1989 weilten unsere Kameraden mit Ehefrauen für 5 Tage in Velke Opatovice. Aus diesen Anlass kam es zum ersten sportlichen Vergleich im Löschangriff. Siegreich war unsere Wehr. Es waren auch diesmal schöne und erlebnisreiche Stunden die wir dort verbringen durften.

Die Löschangriffgruppe von 1989 in Velke Opatovice:

Mario Kulp, Volker Deicke, Frank Schäl, Bernd Mikofsky, Jochen Linke (oben von links)

Axel Henniges, Gerd Maibaum, Thomas Sturm, Wilfried Dobschanski, Dieter Schönherr (unten von links)

 

 

 

Die Wiedervereinigung, 1990, überstand usere Wehr ohne größere Probleme, trotz der zeitweilligen Unsicherheit auf Grund des fehlenden Brandschutzgesetzes und vieler sinniger und unsinniger Neuerungen - unsere Wehr blieb einsatzbereit. In diesen Jahr übernahm Kamerad Wolfgang Höflich die Geschicke der Jugendfeuerwehr.

September 1992 beging Elbingerode ein 3-tägiges Stadtfest und unsere Wehr gestaltete einen Tag. Anlässlich dieses Tages bekam unsere Wehr die langersehnten Rettungsgeräte (Schere & Spreizer), im Wert von 20.000 DM, welche als Ausrüstung für unseren alterschwachen B 1ooo (VRW) gedacht waren. So waren wir in der Lage bei Verkehrsunfällen, welche an Häufigkeiten enorm zugenommen hatten, schnell zu helfen. In diesem Jahr schafften wir uns noch einen 2. B1000 als MTW an.

Im Juni 1993 wurde der B 1000 VRW wegen erheblicher technischer Mängel stillgelegt und als Ersatz kam ein gebrauchter VW T2 als VRW. Vom Land bekamen wir einen IVECO LF 16 TS 8 zur Verfügung gestellt. Weiterhin wurden 19 Funkmeldeempfänger angeschafft.

Vom 01. - 05. 07. weilten unsere Kameraden mit Ehefrauen zu Besuch in Velke Opatovice und begingen mit den Kameraden dort ihr 120 - jähriges Jubiläum.

Im September begingen wir unser 110 - jähriges Jubiläum und der Spielmannzug sein 70tes. Es wurde ein Höhepunkt, auch für unsere vielen Gäste aus Nah und Fern.

Im gleichen Jahr verstarb der langjährige Stabführer der Spielmannzuges Dieter Rinke.

1994 kam es zu 82 Einsätzen. Das war die höchste Anzahl seit bestehen unserer Wehr. Den Spielmannzug als neuer Stabführer übernahm der Kamerad Mario Kulp.

1995, vom 29.06. bis 03.07. weilten anlässlich der Gründung der Löschgemeinschaft "Bodfeld" unsere Kameraden aus Velke Opatovice bei uns. Zur gegründeten Löschgemeinschaft "Bodfeld" gehören die Feuerwehren aus Elbingerode, Königshütte, Elend, Schierke, Rübeland und Neuwerk. Unsere Wehr bekam einen werksneues Mercedes TLF 16/25, in einem Wert von ca 362.000 DM.

Das vom Land zur Verfügung gestellte LF 16 sollte abgezogen werden. Nur ein schnelles Handeln durch unsere Wehr und zahlreicher Proteste gelang es uns, das LF 16 für uns und die Sicherheit unserer Einwohner in unseren Händen zubehalten. Der B 1ooo wurde als ELW umgebaut. Unsere Jugendwehr belegte bei den Landesmeisterschaften in Staßfurt den 5. Platz von 30 Mannschaften.

Unser langjähriger (33 Jahre)  Stellvertretende Wehrleiter, Klaus Mewes, verstarb plötzlich.

Klaus Mewes

1996 wurde der Schulungsraum für ca 30.000 DM renoviert.

1997 kam es zur Überprüfung des Gerätehauses durch die Brandschutzunfallkasse Sachsen-Anhalt und es wurde in einen Mängelprotokoll festgehalten, das die Fahrzeughalle zu eng und zu klein ist und dadurch eine extreme Unfallgefahr besteht. Die Wehr forderte von der Stadt und dem Bürgermeister bis zum 31.05.1998 die festgestellten Mängel zu beseitigen. Der chronische Geldmangel unserer Stadt verhinderten die Beseitung der Mängel bis heute und so müssen sich unsere Kameraden und Kameradinnen weiterhin in der Fahrzeughalle umziehen, wodurch sie gezwungen sind, die Abgase der Fahrzeugdieselmotoren einzuatmen. Desweiteren ist es unseren Maschinisten nur gestattet, die Löschfahrzeuge ein- bzw. auszufahren, wenn sich niemand in der Halle befindet. Wann ändert die Stadt diesen Zustand endlich???

Im selben Jahr, 1997, beschaffte sich die Wehr eine Drehleiter vom Typ DL 24/12K an, welche bis heute aus Platzmangel auf dem städtischen Bauhof an der Grube "Einheit" steht und bei Einsätzen erst immer von dort geholt werden muss.

1998 fand anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Spielmannzuges das 3. Spielleutetreffen Sachsen Anhalts in Elbingerode statt. 29 Formationen mit ca. 500 Aktiven nahmen daran teil. Der 94-jährige Walter Kohlrusch wurde für seine Verdienste und langjährige Mitgliedschschaft (seit der Gründung 1923) mit der Goldenen Verdienstmedaille der Deutschen Spielleutevereinigung geehrt.

Walter Kohlrusch

1999 übernahm Kamerad Volker Deicke unsere Jugendfeuerwehr. Die Jugendarbeit erlebte unter seiner Führung einen neuen Aufschwung. Zeltlager, Wettkämpfe, Spiel und Spaß gehören von nun an regelmäßig dazu.

 

2000 bestand die Löschgemeinschaft Bodfeld 5 Jahre und für das ausgeschiedene Elend trat die FF Hüttenrode der Löschgemeinschaft bei. Die Stadt kaufte der Wehr ein werksneues ELW, VW  LT 34.

Kamerad H.-Joachim Deicke übernahm die Altersabteilung, in welche auch die Frauengruppe vollständig integriert wurde.

2001, am 19.04. war für unsere Wehr der Start in Welt des Internets. Die Homepage unserer Wehr ging online. Unter www.feuerwehr-elbingerode.de kann die ganze Welt an unserer Arbeit teilhaben.

Unsere Jugendfeuerwehr belegte in Magdeburg bei den Landesmeisterschaften den sehr guten 7. Platz. Respekt und Anerkennung!!!

 


2. Hauptmänner und Wehrleiter


 

1883-1885   Franz Klaue (Kaufmann)                                    

1885-1909   Fritz Klaue (Bäckermeister)

1909-1915   Moritz Paukert (Kaufmann)

1915-1919   Ernst Klaue (Bäckermeister)

1919-1926   Hermann Diekmann (Sattlermeister)

1926-1934   Wilhelm Edert (Tischlermeister)

1934-1945   Richard Saatzen

1945-1948   Hermann Engel

1948-1956   Albert König

1956-1959   Wilhelm Badstübner

1959-1962   Günther Kohl

1962-1970   Otto Lorenz

1970-1984   Günther Neubauer

1984-1990   Wolfgang Höflich

1990-2001   Rolf Peter Badstübner

2001-2009   Otmar Winkler

2009-2013   Mario Kulp

2013           Volker Deicke

Seit dem 12.09.2013 führt als Kommissarischer Ortswehrleiter Volker Deicke unsere Wehr. 

 Volker Deicke


 


3. Ereignisse und Brände


 

Großbrand am 27.05.1753 in Elbingerode

Das Feuer brach an der Stelle aus, wo heute das Gasthaus "Zum Goldenen Adler" steht. Vermutlich wurde es durch ein Kind, welches Feuer zum Kochen anzünden sollte, verursacht. Von 318 Häusern und Gehöften sind 184 zerstört wurden (davon waren 179 Häuser versichert). Darunter waren: Primar-Haus, Secundar-Haus, Knaben-Schule, Mädchen-Schule, Rektoren-Haus, Rathaus, Brauhaus, Münzhaus, Hirtenhaus, Witwenhaus, Städt. Knechtehaus, Schloss und Kirche.

Brand am 19.04.1785

Zwischen 9 Uhr und 19 Uhr brach bei Albrecht Moritz im Schornstein ein Feuer aus. Es konnte mit Hilfe seiner Frau und zweier Nachbarn glücklich gelöscht werden.

Brand am 12.04.1797

In der Nacht zum Gründonnerstag, um 10 Uhr, entstand ein fürchterlicher Brand. Das Feuer brach bei Tischlermeister Andreas Heinrich Hahne im Wohnhaus, oben im Dach, aus und zwar mit solcher Gewalt, das es sofort auf das abwärts angrenzende Wohnhaus von Johann Christian Gropp und dessen vor wenigen Jahren neu erbauter Scheune und auch auf das Wohnhaus des unterwärts angrenzenden Brauhauses des Böttchermeisters Gottfried Thalemann übergriff. Es stand sofort in hellen Flammen, so das die Unglücklichen nur sehr wenig retten konnten.Die Luft stand Südwest und es war heller Mondschein. Obwohl kein starker Wind ging, so strömten doch mit jedem Lufthauch die Funken des Feuers. Der Feuerregen zog durch mittleren, also Hauptteil der Stadt nach Nordosten hin. Es drohte eine Gefahr, die nicht weniger als den abermaligen Untergang des größten und besten Teils der Stadt anzukündigen schien. Aber der Feuerregen entzündete kein weiteres Dach. Allein Gott begnadigte uns und sein Schutz verhinderte die weitere Ausbreitung. Die große Ratsspritze fiel zum Unglück frühzeitig asu, weil der Einsatz des Rohres abbrach. Dadurch standen nur die Feuerspritze des Amtes und zwei kleinere Ratsspritzen zu Verfügung. Noch zur Rechten Zeit langte die Spritze von Rübeland mit reicher Mannschaft an. Gegen Morgen kam auch noch die Spritze von Hüttenrode mit 40 Mann. Die Gefahr wurde vollends abgewendet, als nachmittags ein starker und anhaltender Gewitterregen einsetzte.

Registriert von Hironimus Gottfried Hauptmann

Bürgermeister und Stadtschreiber

 

Brand am 04.08.1834 in Schierke

In der Nacht vom 04. zum 05. August 1834 waren 40 Mann aus Elbingerode im Einsatz

Brand am 01.09.1834

Am 01.09.1834 brannte um 7 uhr abends das Haus von Johann Christoph Keuen ab.Durch frühzeitiges Entdecken des Brandes blieb es darauf begrenzt. Wäre der Brand um Mitternacht ausgebrochen, hätte er gefährlich für die ganze Stadt werden können.

Brand am 12.06.1835

Die Gebäude der Waldarbeiter Hedderich und Bertram wurden zerstört.

Brand im Juni 1848

Das Schützenhaus brannte ab.

Brand am 04.10.1848

Das Stallgebäude des Försters Apel brannte ab.

Brand am 16,06.1849

Das Wohnhaus des Schusters Heinrich Lüders brannte teilweise ab.

Brand am 16.01.1851

Gegen 11 Uhr mittags läuteten die Sturmglocken, weil die Scheune des Ackermanns Gries brannte. Durch erfolgreiche Löschmaßnahmen konnte das Wohnhaus fast vollständig gerettet werden. Die Scheune selbst brannte vollständig ab. Die hiesigen Spritzen waren zur Hand. Von den auswärtigen waren die Rübeländer Spritze am Platze. Auch die Wernigeröder, Hüttenröder und Rothehütter waren zur Stelle.

Brand am 10.01.1853

In der Nacht zum 11.01.1853 brannte die Dietrichsche Ölmühle ab.

Brand am 15.03.1855

In der Nacht zum 16. März brannten 11 Wohnhäuser und 21 Nebengebäude. Für die Kämmereikasse von Elbingerode entstanden für die erbrachten Leistungen bei den Löscharbeiten 70 Taler Kosten.

Brand am 27.03.1857

In der Nacht zum 28. März das Stallgebäude des Bäckermeisters Klaue ab.

Brand am 08.01.1858

Am Abend brach im Stallgebäude des Schneidermeisters Wilke (Eckhaus Steinweg-Untere Schulstraße) ein Feuer aus. Es herrschte Südwest-Wind. 68 Wohnhäuser und 112 Nebengebäude wurden Opfer der Flammenglut. Auch öffentliche Gebäude wie Rathaus, Schule, Pfarrhäuser und Kirche brannten ab bzw. aus. Ursache war vermutlich Brandstiftung.

Brand am 01.12.1885

Die Zündholzfabrik brannte morgens um 3 Uhr. Das Wasser musste noch in Eimern vom Bottich an der Gries-Ecke herangeholt und der Spritze zugeführt werden.

Brand am 17.02.1889

Um 3 Uhr morgens brannte das Schützenhaus vor den Birken ab. Die Alarmierung war um 3.15 Uhr und um 3.30 Uhr trat die Wehr in Tätigkeit. Durch den hohen Schnee konnte die Saugspritze nicht bis an das Wasser heranfahren. Das Wasser wurde aus der Stadt in großen Fässern herangeschafft.

Brand am 16.11.1893

Am Abend um 22.15 Uhr brach im Inneren des alten Viertels Haus Nr. 1-14 ein größerer Brand aus. Hier nahmen zur Brandbekämpfung 68 Mann der Freiwilligen Feuerwehr mit Spritze, mit Schlauch- und Gerätewagen sowie der mechanischen Leiter teil. Die Pflichtfeuerwehr war mit 150 Mann und 4 Spritzen im Einsatz. Die Rübeländer Wehr eilte mit 30 Mann und einer Spritze zur Hilfe.

Brand im Jahre 1908

Das Wirtschaftsgebäude des Hotels "Zur Sonne" brannte ab. Die mangelnde Wasserversorgung wurde kritisiert.

Brand am 03.04.1911

Auf dem Grundstück der Vereinigten Harzer Kalkindustrie Nr. 379 (Christinenklippe) kam es zum Brand.

Brand am 08.05.1912

Bei Gastwirt Otto Haafs wurde ein Gebäude Opfer der Flammen

Brand am 30.07.1921

Das Stallgebäude des Waldarbeiters Hermann Fraustein wurde ein Feuer eingeäschert. Als erstes trafen an der Brandstelle 2 Spritzen der Pflichtfeuerwehr ein. Unmittelbar danach rückte die Freiwillige Feuerwehran, welche dann mitt Hydranten und einer Spritze das Feuer vorerst in Schach hielt. Danach wurde eine Spritze der Pflichtfeuerwehr in die Wasserstraße umgesetzt, um Wasser zur Brandstelle zu pumpen. Außerdem kamen 2 Minimax Löscher zum Einsatz, welche ein Weiterlaufen der Flammen entlang der Dachlatten zum Wohnhaus hin verhinderten. Die Spritzen waren mit 16 Mann (8 Mann Reserve) besetzt. Die Absperrmannschaft hatte mit eine Leine um die nächstliegenden Straßen gezogen. Einem Feuerwehrmann wurde die Hose zerrissen. Nach 2 Stunden war der Brand gelöscht und unter Schutt liegende, glühende Teile wurden am anderen Tag nochmals abgespritzt.

Brand am 25.05.1929

Ein in der oberen Schule ausgebrochener Brand wurde mit 2 Minimax Löschern schnell glöscht.

Brand im Jahre 1938

Bei Marquardt am Unteren Kahlenberg brannte ein Stall ab.

1943

Die Elbingeröder Wehr wurde nach der Bombardierung von Halberstadt zur Hilfeleistung herangezogen. Bei einem Brand der Fürstenhöhe in Schierke kam ein Kamerad ums Leben.

1945

Beim Beschuss von Elbingerode durch die Allierten Truppen brannten 18 Häuser ab. 3 Kamraden (siehe Chronik) kamen bei den Löscharbeiten ums Leben.

Brand 1950

Bei Kohlrusch in der Bruchstraße brannte ein Stall ab.

Brand am 03.04.1965

Um 6.15 Uhr brannte der Spänebunker im Sägewerk Rübeland. Neben anderen Wehren kam auch Elbingerode zum Einsatz. Insgesamt wurden 15 Strahlrohre eingesetzt.

Brand am 16.02.1973

Um 2 Uhr brannte das Sägewerk der Parkettfabrik. Der Brand wurde durch ein defektes Warmluftgebläse ausgelöst. Zur Brandbekämpfung wurden 6 Feuerwehren eingesetzt. Elbingerode war mit 36 Kameraden und der gesamten Technik im Einsatz. Durch unsere Wehr wurde in der Anfangsphase mit 2 B- und 6 C-Rohren die Brandbekämpfung aufgenommen. Insgesamt waren 14 Strahlrohre im Einsatz. Nach etwa einer Stunde war der Brand unter Kontrolle und nach weiteren 5 Stunden abgelöscht. Am Nachmittag wurden die letzten Kameraden und die restliche Technik abgezogen. Es entstand ein Sachschaden von etwa 170.000 Mark.

Brand im Jahr 1979

In der Silvesternacht brannte ein Stall in Heimburg ab. Die Elbingeroder kam dort auch zum Einsatz.

Brand am 15.01.1983

Abends kam es in der Bruchstraße zu einem Wohnungsbrand, 3 Wohnungen wurden zeitweise nicht bewohnbar

Brand am 02.02.1986

Auf dem Grundstück Pulst in der Siedlung brannte ein Stall. An diesem Tag war es sehr kalt, so das das Wasser in den Schläuchen sofort gefror, wenn die Strahlrohre geschlossen wurden.

Brand am 21.03.1986

Dachstuhlbrand im Haus Steinweg Nr. 9

Brand im Jahr 1987

Im Dezember brannte auf dem Gelände der PGH Bau ein Holzlagerschuppen. Ursache waren mit Feuer spielende Kinder. Es war der erste Einsatz für unser W50 TLF. Beim Eintreffen an der Brandstelle drohte das Feuer auf das Hauptgebäude überzugreifen. Mit dem Wasser des TLF konnten wir das Übergreifen der Flammen verhindern und die Zeit überbrücken, bis die Wasserversorgung durch unsere nachrückenden Kräfte aufgebaut war.

Brand im Jahr 1991

Großbrand im Rübeländer Kalkwerk, an der Mertensstraße, ein Laborgebäude brannte. Chemikalien erschwerten die Löscharbeiten.

Brand im Jahr 1992

Explosion neben einem Gaslager (K.Lierath-Mühlental). Durch eine undichte Propangasanlage kommt es zur Zerstörung der Wohnungseinrichtung.

Brand am 03.12.1993

Gegen 21.30 Uhr kam es zum Brand eines LKW's in einer Lagerhalle der Fa. Fiß. Durch Ausfall des veralteten TLF W50 musste das Wasser über eine lange Wegestrecke geholt werden und die Löscharbeiten verzörgerten sich dadurch erheblich.

Brand und Hilfeleistungen im Jahr 1994

-Wohnungsbrand in der Straße des Friedens 19 (Neubau)

-Bungalowbrand in der Rohrbachstraße

-beim Jahrhunderthochwasser (zumindest für die Region um Elbingerode) vom 13. - 15.04. leisteten die Kameraden ca. 1131 Std. rund um die Uhr.

zum Beispiel: -am 13.04. , 7.25 Uhr - Alte Waldbreite - dei Flut gefährdete ein Starkstromkabel

                  - 9.31 Uhr Kreuztal bei Neuwerk stand unter Wasser

                  - 10.35 Uhr B27 in Richtung Rübeland nicht mehr befahrbar.

 

Brand im Jahr 1996

In Rübeland kam es bei einem Mehrfamilienhaus zu einem Schuppen- und Dachstuhlbrand. Es waren Feuerwehren aus Elbingerode, Rübeland, Königshütte, Neuwerk und Wernigerode im Einsatz.

 

Brand am 24.02.1998

In der Nacht zum 25.02. kam es zu einem Brand in der ehemaligen Gaststätte "Stadt Hannover". Das Gebäude wurde dabei schwer beschädigt. Die Feuerwehren aus Elbingerode, Rübeland, Neuwerk und Königshütte waren ca. 10 Stunden im Einsatz. Ursache war Brandstiftung.

 

Hilfeleistung im Jahr 2002, vom 17. - 23.08.

Im Rahmen der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Kreises Wernigerode nahm unsere Wehr, mit dem LF 16 und 2 Gruppen, am Einsatz im Hochwassergebiet um Dessau teil. Wir wurden im Ortsteil Großkühnau eingesetzt. Die Elbe, welche bei normalen Wasserstand etwa 4 Kilometer an Großkühnau vorbei fließt, drohte den Ort zu überfluten. Wir verstärkten und erhöhten dei vorhandenen Dämme und pumpten das schon in den Ort gelaufene Wasser wieder in die Elbe, welche dort eine riesige Seenlandschaft gebildet hatte. Durch unseren unermütlichen Einsatz rund um die Uhr gelang es uns den Ort vor den Fluten zu schützen. Aus Dankbarkeit gibt es jetzt in Großkühnau einen Wernigeröder Platz.